Selbstfürsorge - Achtest du genug auf Dich?

Veröffentlicht am 6. August 2025 um 16:01

Nach einem fachlich und persönlich bereicherndem Ausbildungswochenende zum Thema "Resilienz und Abgrenzung" ist bei mir wieder ein Begriff in den Fokus gerückt, dem wir alle uns viel mehr widmen sollten und der ein Bestandteil der Resilienz ist - nämlich die Selbstfürsorge.

In den Ohren so Mancher ist der Begriff Selbstfürsorge vielleicht schon überstrapaziert und ausgelutscht. Ein "Trend", etwas, man selber ja nicht braucht. Man muss ja nur durchalten, die Situation aussitzen. Zuzugeben, dass man gestresst ist, eventuell schon in der Überforderung, um Hilfe zu bitten - das wird viel zu oft leider immer noch als Schwäche ausgelegt. Eine Blöße, die man sich dann doch nicht geben will. Was denken denn dann die Kollegen, Nachbarn oder Freunde? Selbst körperliche Signale wie Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen und Gereiztheit werden nicht ernst genommen und ignoriert. Wie viele von euch schlafen beispielsweise in der Nacht von Sonntag auf Montag schlecht, weil schon am Sonntag Nachmittag (oder noch früher?) die Gedanken um die Arbeit kreisen?

Wieder andere denken vielleicht, das Selbstfürsorge doch nichts anderes als Egoismus ist, nur eben "schöner verpackt". Man kann doch nicht "Nein" sagen! Das ist unhöflich, unkollegial, egoistisch, arrogant. Vor allem bei Frauen leider ein immer noch weit verbreitetes Phänomen.

Nicht könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, als Selbstfürsorge mit Egoismus gleich zu setzen. Selbstfürsorge ist genau das - man sorgt gut für sich selbst. Man kennt die eigenen Grenzen nicht nur, man weiß sie auch zu wahren. Man achtet auf Ausgleich, tut auch Dinge für sich selbst, die die Akkus wieder gut aufladen, man nimmt die Signale des Körpers wahr und richtet sich danach.

Gerade in Zeiten, die besonders stressig oder fordernd sind. Wenn zu Beruf und der eigenen Familie vielleicht noch die Pflege eines Angehörigen kommt, wenn im Beruf immer wieder Überstunden gefordert werden oder zwischen Kindern und Beruf keine Zeit mehr für die Paarbeziehung bleibt. Eine alte Zen Weisheit sagt "Meditiere täglich 20 min - außer du hast keine Zeit, dann meditiere eine Stunde".  Dieser Spruch verdeutlicht, wie wichtig es gerade in herausfordernden Zeit ist, gut auf sich selbst zu achten.

Dass das oft nicht leicht ist, ist mir klar. Das kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Ich war immer müde, gereizt, bin wegen Kleinigkeiten grantig und streitsüchtig gewesen. Geschlafen habe ich auch schlechter,  war gefühlt nie wirklich ausgeschlafen. Ich habe zu der Zeit permanent meine eigenen Grenzen überschritten und missachtet. Ich hatte das Gefühl, dass ich selber gar keine Kontrolle mehr über mein Leben habe, nur noch re-agiere. Ich habe mich hilflos gefühlt. Als es mir so gegangen ist, war ich zum Glück schon in der Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin. Da wir im Zuge der Ausbildung auch eine gewisse Anzahl Selbsterfahrungs-Einheiten absolvieren müssen, weiß ich also auch aus eigener Erfahrung, wie hilfreich eine Beratung, ein Gespräch mit einer unbeteiligten Person ist. Wie gut eine andere Sicht auf die Situation sein kann und wie befreiend es ist, sich den aufgestauten Frust oder Verzweiflung von der Seele zu reden. Gemeinsam mit meiner Beraterin habe ich Maßnahmen erarbeitet, was ich genau machen kann, um einerseits wieder mehr Zeit für mich selbst zu haben, und anderseits meine Akkus wieder aufzuladen und meine Me-Time auch so zu nutzen, dass es mir gut tut.

Fühlt es sich für mich egoistisch an, dass mir meine Zeit für mich bewusst nehme? Keineswegs! Ich schlafe wieder besser, meine Gereiztheit ist verschwunden, ich kann mich wieder besser konzentrieren und bin generell wieder entspannter - obwohl sich der Umfang meiner Aktivitäten nicht verringert hat. Im Gegenteil - durch die Beratungen die ich inzwischen selbst als Beraterin mache, ist die freie Zeit doch eher knapper geworden. 

Der Unterschied ist - ich weiß jetzt genau, wie wichtig es ist, gut auf mich selbst zu achten. Und ich habe meine Tools und weiß genau, was ich für mich tun kann, damit es mir nicht zu viel wird und damit meine Akkus schön voll bleiben. Und ich weiß es nicht nur, ich mache es auch ;-)

Denk immer daran: Du kannst nur gut für andere sorgen, wenn du auch gut für dich sorgst!

Niemandem ist damit gedient, wenn du ausbrennst. Nicht deinem Arbeitgeber oder Kolleg*innen, schon gar nicht deiner Familie und am aller wenigsten dir selbst! Auch wenn das für den einen oder die andere von euch egoistisch klingen mag - DU bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Und deine Gesundheit, ob körperlich oder psychisch/mental, ist das höchste Gut! Nichts im Leben ist es wert, deswegen mit der eigenen Gesundheit "Schindluder" zu treiben - vor allem wird es dir am Ende niemand danken.

Wenn du die von mir beschriebenen Situationen kennst, wenn du das Gefühl hast, genau dass dir genau das im Moment passiert oder du einfach nicht weißt, was du tun kannst dagegen, melde dich gerne bei mir! Gemeinsam schauen wir uns deine Situation an, aktivieren deine Ressourcen und erarbeiten konkrete Schritte, die du umsetzen kannst, um wieder gut für dich zu sorgen und Selbstfürsorge als festen Bestandteil in dein Leben integrieren kannst. 

Ich freue mich auf Dich!

 

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